Florenz gehört zu den Städten, die Reisende sofort in ihren Bann ziehen. Als Wiege der italienischen Renaissance vereint die Stadt eine beeindruckende Anzahl an Palästen, Kirchen und Museen auf verhältnismäßig kompaktem Raum in ihrer Altstadt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt.
Bei unserem Roadtrip durch die Toskana im Wohnmobil haben wir der toskanischen Hauptstadt einen ganzen Tag gewidmet. Zwischen belebten Gassen, architektonischen Meisterwerken, geschichtsträchtigen Plätzen und Panoramablicken über die Dächer der Stadt hat uns Florenz mit seiner Eleganz und seiner einzigartigen Atmosphäre verzaubert.
In diesem Guide nehmen wir Sie mit auf Entdeckungstour durch die Highlights von Florenz: die Sehenswürdigkeiten, die man nicht verpassen sollte, die schönsten Plätze, ein paar praktische Tipps sowie unsere Route, um die Stadt optimal zu genießen – auch wenn man mit dem Wohnmobil unterwegs ist.
Warum Florenz besuchen?
Ein Roadtrip durch die Toskana ohne einen Stopp in Florenz ist kaum vorstellbar. Als Hauptstadt der Region gilt Florenz als Wiege der Renaissance, jener künstlerischen und kulturellen Bewegung, die Europa zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert nachhaltig geprägt hat. An jeder Straßenecke entdeckt man ein außergewöhnliches Erbe, in dem Paläste, Kirchen, historische Plätze und architektonische Meisterwerke nebeneinander bestehen.
Die Altstadt von Florenz, seit 1982 UNESCO-Weltkulturerbe, lässt sich bequem zu Fuß erkunden. Trotz ihres immensen kulturellen Reichtums bleibt die Stadt verhältnismäßig kompakt, sodass sich die wichtigsten Highlights an einem gut organisierten Tag entdecken lassen. Genau dafür haben wir uns bei unserem Wohnmobil-Roadtrip durch die Toskana entschieden.
Florenz ist auch eine Stadt, die man ebenso erlebt wie besichtigt. Über die berühmten Monumente hinaus war es vor allem die Atmosphäre, die uns begeistert hat: die gepflasterten Gassen mit ihren bunten Fassaden, die Straßenkünstler, die belebten Terrassen, die kleinen Handwerksläden und die Düfte italienischer Küche, die aus den Trattorien strömen. Man muss sich nur ein paar Straßen von den großen Touristenattraktionen entfernen, um eine deutlich authentischere Atmosphäre zu finden.
Ob Geschichtsliebhaber, Kunstfreund oder einfach neugierig, eine der schönsten Städte Italiens zu entdecken – Florenz bietet ein einzigartiges Erlebnis. Zwischen dem majestätischen Duomo, dem berühmten Ponte Vecchio, den Boboli-Gärten und den zahlreichen historischen Plätzen hält jeder Besuch neue Entdeckungen bereit.
Wenn Sie wie wir mit dem Wohnmobil unterwegs sind, keine Sorge: Trotz des teilweise dichten Verkehrs und der Zonen mit eingeschränktem Verkehr (ZTL) lässt sich Florenz problemlos besuchen, wenn man das Fahrzeug auf einem Campingplatz oder Parkplatz am Stadtrand abstellt und mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Altstadt fährt.
Wir haben uns entschieden, Florenz nur einen einzigen Tag zu widmen, da wir anschließend mehrere Tage in Rom verbringen wollten. Seien wir ehrlich: Ein einziger Tag ist viel zu kurz, um all die Wunder von Florenz zu bewundern, und wir mussten trotzdem ein ziemliches Tempo vorlegen, um alle unsere Ziele zu schaffen. Wenn Sie können, sollten Sie mindestens zwei Tage einplanen!
Wenn Sie Ihren Aufenthalt in der Region verlängern möchten, entdecken Sie auch unsere Auswahl der schönsten Dörfer der Toskana.
Die Highlights von Florenz
Der Palazzo Pitti
Der Palazzo Pitti, einer der imposantesten Paläste von Florenz, ist kaum zu übersehen. Er liegt am Südufer des Arno und wurde im 16. Jahrhundert von der mächtigen Familie Medici erworben, die ihn zu ihrer Hauptresidenz machte. Hinter seiner schlichten Fassade verbergen sich heute mehrere renommierte Museen, darunter die Galleria Palatina mit Werken von Raffael, Tizian und Rubens. Selbst wenn Sie die Sammlungen nicht besichtigen möchten, lohnt sich ein Abstecher zum Gebäude allein schon, weil es den Reichtum und die Macht von Florenz zur Zeit der Renaissance eindrucksvoll bezeugt.
Die Boboli-Gärten
Direkt hinter dem Palazzo Pitti erstrecken sich die herrlichen Boboli-Gärten, die als einer der schönsten Gärten Italiens gelten. Als wahres Freilichtmuseum vereinen sie antike Statuen, Brunnen, künstliche Grotten und lange, von Zypressen gesäumte Alleen. Von einigen höher gelegenen Aussichtspunkten aus genießt man einen herrlichen Panoramablick über die Dächer von Florenz und die gewaltige Kuppel des Duomo. Wenn Sie Grünflächen mögen oder eine Pause abseits der Hektik der Altstadt suchen, können wir Ihnen diesen Ort nur wärmstens empfehlen.
Wir haben beschlossen, den Tag mit diesen Gärten ausklingen zu lassen – und was für eine gute Idee! Nach dem Trubel der Innenstadt tut es richtig gut, etwas höher zu steigen und Ruhe und Kühle zu genießen. Wir haben dort unseren Snack gegessen und die Kinder toben lassen, während wir die zahlreichen unglaublichen Ausblicke auf Florenz bewundert haben.



Der Ponte Vecchio
Der Ponte Vecchio ist das unverkennbare Wahrzeichen von Florenz und wohl die berühmteste Brücke Italiens. Er wurde im 14. Jahrhundert erbaut und ist an seinen kleinen, über dem Arno hängenden Läden zu erkennen. Früher waren dort Metzger untergebracht, die im 16. Jahrhundert durch Juweliere und Goldschmiede ersetzt wurden, um den Medici, die den berühmten Vasari-Korridor zwischen dem Palazzo Pitti und dem Palazzo Vecchio nutzten, ein angenehmeres Umfeld zu bieten. Trotz des großen Touristenandrangs bleibt das Überqueren des Ponte Vecchio ein unverzichtbares Erlebnis bei einem Besuch in Florenz.
Wir hatten uns entschieden, die Brücke als Letztes zu besuchen, denn tagsüber ist der Andrang dort so groß, dass es fast unmöglich ist, ihre Schönheit zu genießen oder überhaupt etwas zu sehen!
Die Piazza della Signoria
Die Piazza della Signoria, das historische und politische Herz von Florenz, zählt zu den schönsten Plätzen Italiens. Umgeben von historischen Gebäuden, beherbergt sie zahlreiche monumentale Skulpturen, darunter eine Kopie von Michelangelos berühmtem David und den spektakulären Neptunbrunnen. An der Seite des Platzes zeigt die Loggia dei Lanzi kostenlos mehrere bemerkenswerte Statuen, sodass man das Gefühl hat, durch ein Freilichtmuseum zu spazieren. Es ist der ideale Ort, um in die Geschichte von Florenz einzutauchen und gleichzeitig das ständige Treiben der Stadt zu beobachten.
Der Platz ist einfach großartig! Ein echtes Freilichtmuseum. Nehmen Sie sich die Zeit, nach oben zu schauen, nach rechts, nach links … Alles ist wunderschön: die Gebäude, die Statuen, der Brunnen, die Säulen! Zugegeben, Sie werden nicht allein sein, aber der Platz ist groß genug, um jeden Winkel in Ruhe zu genießen, ohne von der Menge gestört zu werden.



Der Palazzo Vecchio
Der Palazzo Vecchio überragt mit seinem beeindruckenden, fast 95 Meter hohen Turm die Piazza della Signoria und war einst Sitz der florentinischen Regierung. Er wurde zu Beginn des 14. Jahrhunderts erbaut und zählt bis heute zu den bekanntesten Wahrzeichen der Stadt. Im Inneren zeugen die reich verzierten Säle, die monumentalen Fresken und die Gemächer der Medici von der einstigen Größe von Florenz. Wer mutig genug ist, kann auch den Turm erklimmen und einen außergewöhnlichen Blick über die Dächer der Stadt genießen.
Wir hatten für die Kinder den Audioguide gebucht, der auch auf Französisch verfügbar ist – so konnten auch sie den Besuch genießen, ohne sich zu langweilen. Achtung: Schauen Sie sich vor der Buchung genau die Unterschiede zwischen den Tickets auf der offiziellen Seite des Palastes an, denn manche Bereiche sind ohne das richtige Ticket nicht zugänglich!



Die Kathedrale Santa Maria del Fiore
Ein Besuch in Florenz ohne einen Blick auf die beeindruckende Kathedrale Santa Maria del Fiore, besser bekannt als der Duomo, ist undenkbar. Mit ihrer gewaltigen, von Filippo Brunelleschi entworfenen Kuppel – einer wahren architektonischen Meisterleistung des 15. Jahrhunderts – überragt sie die gesamte Stadt. Ihre Fassade aus weißem, grünem und rosafarbenem Marmor zieht sofort die Blicke auf sich und zählt zu den schönsten Italiens. Zum Komplex gehören außerdem der Campanile di Giotto und das Baptisterium San Giovanni, berühmt für seine prächtigen Bronzetüren, die „Paradiespforten“ genannt werden. Wenn Sie die Kuppel oder den Glockenturm besteigen möchten, sollten Sie Ihre Tickets mehrere Wochen im Voraus buchen.
Als wir auf dem Platz ankamen, waren wir schlichtweg überwältigt von dem Gesamtbild der Kathedrale. Was für ein Wunder! Man fühlt sich so klein vor einem solchen Bauwerk. Auch hier ist die architektonische Leistung einfach unglaublich. Nehmen Sie sich Zeit, um die Details der Türen, die Statuen an der Fassade, die Mosaike zu betrachten … Die Besichtigung beginnt schon von außen!
Für das Innere gilt: Ein Ticket ist Pflicht! Ohne Reservierung riskieren Sie, einen großen Teil des Tages in der Warteschlange zu verbringen – und das in praller Sonne!



Der Mercato Centrale
Um eine andere Seite von Florenz kennenzulernen, lohnt sich ein Halt am Mercato Centrale. Im Erdgeschoss quellen die Stände über vor toskanischen Spezialitäten: Wurstwaren, Käse, Olivenöl, frische Pasta und lokale Produkte. Im Obergeschoss lädt ein großer Gastronomiebereich dazu ein, zahlreiche italienische Spezialitäten in geselliger Atmosphäre zu probieren. Der perfekte Ort für eine Mittagspause mit ausgezeichnetem Preis-Leistungs-Verhältnis.
Wir waren begeistert! Wir sind dort zum Mittagessen hingegangen, und die Kinder liebten es, ihr Essen an den verschiedenen Ständen selbst auszusuchen, von der Vorspeise bis zum Dessert. Trauen Sie sich ruhig, an mehreren Ständen etwas zu bestellen, um möglichst viele Spezialitäten zu probieren!
Ein besonderes Lob geht an die Pizzen: Das waren die besten, die wir während des gesamten Roadtrips gegessen haben!


Durch die Straßen von Florenz bummeln
Über seine Monumente hinaus lässt sich Florenz auch entdecken, indem man sich einfach durch die Gassen treiben lässt. Zwischen der Piazza della Repubblica, den eleganten Geschäften der Via dei Calzaiuoli, den kleinen belebten Plätzen und den zahlreichen Eisdielen hält jeder Spaziergang neue Überraschungen bereit. Verlassen Sie ruhig für einen Moment die großen Touristenrouten: Oft entdeckt man gerade in den ruhigeren Straßen den wahren Charme von Florenz, mit seinen bunten Fassaden, seinen Handwerksateliers und seinen typisch italienischen Cafés.
Wir haben es Ihnen ja gesagt, Florenz ist ein Freilichtmuseum! Man muss nicht unbedingt die Museen besuchen, um die ganze Schönheit der Stadt zu genießen, besonders wenn das Budget knapp ist. Sie finden außerdem zahlreiche Handwerksläden, vor allem auf Lederwaren spezialisiert. Wenn Sie sich ein schönes Lederstück gönnen möchten, sind Sie hier genau richtig! Achten Sie dabei aber auf Abzocke und bevorzugen Sie Handwerker oder Geschäfte, die für ihre Qualität bekannt sind.

Die Uffizien
Die Uffizien gelten als eines der größten Kunstmuseen der Welt und sind ein absolutes Muss für alle Liebhaber der Malerei. Sie wurden im 16. Jahrhundert im Auftrag der Medici erbaut und beherbergen eine außergewöhnliche Sammlung von Werken der italienischen Renaissance. Dort findet man unter anderem Meisterwerke von Botticelli, Leonardo da Vinci, Michelangelo, Raffael, Caravaggio und Tizian.
Bei unserem Besuch in Florenz haben wir uns entschieden, unseren einzigen Tag der Erkundung der wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu widmen, anstatt Museen zu besuchen. Wenn Sie Kunstliebhaber sind, sollten Sie dennoch mehrere Stunden für die Uffizien einplanen und Ihre Tickets rechtzeitig im Voraus buchen – die Warteschlangen können vor allem in der Hochsaison sehr lang werden.
Die Galleria dell’Accademia
Auch die Galleria dell’Accademia gehört zu den unverzichtbaren Besichtigungen in Florenz und ist weltberühmt dafür, das echte David-Standbild von Michelangelo zu beherbergen. Die über fünf Meter hohe Skulptur, entstanden zwischen 1501 und 1504, gilt als eines der größten Meisterwerke der Renaissance.
Neben dem David zeigt das Museum auch mehrere unvollendete Skulpturen Michelangelos, die sogenannten „Sklaven“, die einen besonders nahen Blick auf die Arbeitsweise des Künstlers erlauben. Wie schon bei den Uffizien haben wir uns aus Zeitmangel gegen einen Besuch dieses Museums entschieden – wenn Sie aber zwei Tage in Florenz verbringen, verdient es definitiv einen Platz auf Ihrem Programm. Auch hier ist eine Reservierung im Voraus sehr zu empfehlen.
Unsere Tipps für einen Besuch in Florenz mit dem Wohnmobil
Florenz mit dem Wohnmobil zu besuchen ist durchaus möglich, sofern man seine Ankunft ein wenig plant. Die Altstadt ist vollständig von Zonen mit eingeschränktem Verkehr (ZTL) umgeben, die nur für berechtigte Fahrzeuge zugänglich sind. Fahren Sie versehentlich hinein, riskieren Sie ein Bußgeld, das Ihnen mehrere Wochen oder sogar Monate nach Ihrer Rückkehr zugestellt wird. Wir raten Ihnen daher dringend, niemals mit dem Wohnmobil in Richtung Innenstadt zu fahren.
Wo übernachten und parken mit dem Wohnmobil?
Für unseren Besuch haben wir uns entschieden, die Nacht auf einem Wohnmobilstellplatz zu verbringen, der nur wenige Busminuten von der Altstadt entfernt liegt. Sein größter Vorteil ist eindeutig die Lage: In nur wenigen Minuten erreichen Sie die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Florenz, ohne sich um Verkehr oder Parkplätze kümmern zu müssen.
Allerdings sollten Sie wissen, dass dieser Stellplatz keine Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten bietet. Sie können dort also weder Wasser auffüllen noch Abwasser oder die Toilettenkassette entsorgen. Wir empfehlen Ihnen daher, mit vollen Vorräten anzureisen, wenn Sie dort übernachten möchten.
Schauen Sie sich gerne unser YouTube-Video über unseren Besuch in Florenz an, um diesen Stellplatz kennenzulernen!
In die Innenstadt gelangen
Vom Stellplatz aus gelangen Sie einfach mit dem Bus schnell in die Altstadt. Das ist eine einfache, günstige und unserer Meinung nach die praktischste Lösung, um Florenz zu erkunden. So vermeiden Sie den Stress des Fahrens in einer Großstadt und können Ihren Tag voll und ganz genießen.
Vorsicht vor den ZTL
Das ist wahrscheinlich der wichtigste Tipp in diesem Artikel: Fahren Sie niemals mit Ihrem Wohnmobil in die Altstadt. Die Zufahrten werden von Kameras überwacht, die automatisch die Kennzeichen erfassen.
Auch wenn Ihr Navi Sie dorthin führt, überprüfen Sie immer Ihre Route und folgen Sie den Schildern, die die ZTL anzeigen, um sie zu umfahren.
Um weitere klassische Fallen zu vermeiden, werfen Sie auch einen Blick auf unseren Artikel über die 10 Anfängerfehler beim Reisen mit dem Wohnmobil.
Wie viel Zeit einplanen?
Wir haben Florenz einen ganzen Tag gewidmet. Das hat es uns ermöglicht, die wichtigsten Highlights zu entdecken, aber das Tempo war hoch, und wir mussten Entscheidungen treffen, unter anderem auf die großen Museen zu verzichten.
Wenn Sie können, empfehlen wir Ihnen, zwei volle Tage einzuplanen. So genießen Sie die Atmosphäre der Stadt noch intensiver, können ein oder zwei bedeutende Museen wie die Uffizien oder die Galleria dell’Accademia besuchen und haben gleichzeitig Zeit, durch die Gassen zu bummeln und die florentinische Küche zu genießen.
Unser kleiner Tipp
Versuchen Sie, Ihre Route so zu planen, dass Sie den Ponte Vecchio für das Ende des Tages aufheben, wenn der Andrang allmählich nachlässt. Genau das haben auch wir gemacht, und wir fanden die Atmosphäre dadurch deutlich angenehmer. Nutzen Sie anschließend die Gelegenheit, um zu den Boboli-Gärten zu gehen und die letzten Panoramablicke auf Florenz vor Sonnenuntergang zu genießen: ein wunderschöner Abschluss für diesen Tag in einer der schönsten Städte Italiens.
Führt Ihr Roadtrip weiter an die italienische Küste, dann ab zu unserem vollständigen Guide, um die Cinque Terre im Wohnmobil besuchen.


