Nach unserem Wohnmobil-Roadtrip durch Schweden blicken wir auf diese Destination zurück und präsentieren euch unsere absoluten Lieblingsorte – die Plätze, die uns im Rückblick wirklich beeindruckt haben, zu denen wir jederzeit gerne zurückkehren würden und an die wir uns noch lange erinnern werden!
Schweden gehört zu jenen Reisezielen, die einen schon nach den ersten Kilometern überraschen. Zwischen farbenfrohen Dörfern am Wasser, riesigen Wäldern, malerischen Straßen, nordischen Traditionen und allgegenwärtiger Natur bietet das Land ein echtes Gefühl von Weite und Freiheit.
Überall herrscht diese Stille und Einfachheit, die das Reisen hier besonders angenehm macht.
Auf unserem Roadtrip durch das Land haben wir sehr unterschiedliche Orte entdeckt: typische kleine Häfen an der Westküste, beeindruckende Stromschnellen inmitten der nördlichen Wälder, historische Dörfer, die in der Zeit eingefroren scheinen, und unvergessliche Begegnungen wie das Beobachten von Elchen. Was uns an Schweden ebenfalls beeindruckt hat, ist die leichte Reisbarkeit des Landes: Die Infrastruktur ist hervorragend, die Natur überall zugänglich – und das Land ist wie geschaffen für einen Roadtrip, besonders mit dem Wohnmobil!
Smögen: das Postkartendorf an der schwedischen Westküste
Wenn es einen Ort gibt, der das Bild, das man sich von Schweden im Sommer vorstellt, perfekt verkörpert, dann ist es Smögen. Dieser kleine Fischerhafen an der Westküste des Landes gilt oft als eines der schönsten Dörfer Schwedens. Und ehrlich gesagt haben wir sofort verstanden, warum – noch bevor wir richtig angekommen waren.
Mit seinen bunten Häusern auf den Felsen, den kleinen Booten im Hafen und der typisch skandinavischen Meeresatmosphäre verströmt Smögen einen unglaublichen Charme.
Obwohl das Dorf sehr touristisch ist und im Sommer schnell überfüllt wirkt, dachten wir zunächst, wir würden nur kurz vorbeischauen – doch am Ende verbrachten wir den ganzen Tag dort! Das Dorf ist so schön und angenehm, und sobald man ein wenig weiterläuft, hat man es plötzlich für sich allein!
Das Herzstück des Dorfes ist der berühmte hölzerne Steg, der „Smögenbryggan“. Diese lange Uferpromenade ist gesäumt von Restaurants, kleinen Läden und lebhaften Terrassen, die im Sommer rege besucht werden. Die Stimmung ist sehr lebhaft, ohne erdrückend zu sein – mit einem bunten Mix aus Einheimischen, Seglern und Reisenden, die die schwedische Küste genießen.
Wer in Smögen zu Besuch ist, kommt an einer der lokalen Spezialitäten nicht vorbei: dem berühmten Krabbenbrot. Großzügig mit frischen Garnelen belegt, oft mit Eiern, Mayonnaise und Dill verfeinert, ist es ein echter Klassiker der schwedischen Westküste.
Auf keinen Fall auslassen – glaubt uns, es ist köstlich!!
Doch Smögen ist mehr als nur sein Hafen. Einer unserer liebsten Momente war der Spaziergang entlang des Meeres, über die riesigen, vom Wind und den Wellen geschliffenen Felsen. Die Landschaft ist atemberaubend, mit diesem ganz besonderen nordischen Licht, das die Farben des Wassers und des Granits zum Strahlen bringt. Man kann stundenlang wandern, das Meer beobachten oder sich einfach auf die Felsen setzen und die Stille genießen – und wir waren dabei völlig allein! Dabei begann der Spaziergang nur wenige Meter von der berühmten bunten Postkartenszenerie des Hafens entfernt, wo sich die Touristen drängten.
Wer Kinder dabei hat – oder selbst noch ein großes Kind ist – dem empfehlen wir, eine kleine Krabbenangel für ein paar Euro zu kaufen. Die gibt es überall in den Hafenläden. Dann geht es ab zur bunten Stegpromenade und auf Krabbenfang! Die Kinder waren begeistert! Es gibt so viele, dass der Eimer im Handumdrehen voll war! Nach viel Gelächter beim Fangen und beim Zuschauen, wie sie wieder entkommen wollten, haben wir sie alle wieder ins Wasser gelassen – eine tolle Aktivität für kleines Geld!



Elchfarmen: eine unvergessliche Begegnung mit Schwedens Wahrzeichen
Wer an Schweden denkt, denkt unweigerlich an Elche. Sie sind überall präsent – auf Straßenschildern, in Souvenirläden und sogar in der lokalen Kultur – und gehören wirklich zur Identität des Landes. Während unserer Reise wollten wir dieses sagenumwobene Tier unbedingt aus der Nähe sehen.
Oder besser gesagt: Wir haben davon geträumt! Denn ja – vor dieser Reise hatten wir noch nie einen echten Elch gesehen.
Zwar ist es möglich, Elche in freier Wildbahn am Straßenrand oder am Waldrand zu erspähen – aber das bleibt letztlich recht selten und ist meist sehr kurz. Elchfarmen sind daher eine hervorragende Alternative, um die Tiere unter guten Bedingungen zu beobachten und gleichzeitig mehr über sie zu erfahren.
In Schweden gibt es mehrere Farmen, auf denen man den Elchen sehr nah kommen kann. Manche ermöglichen es sogar, sie zu füttern oder zu streicheln – immer in einem sehr kontrollierten und tiergerechten Rahmen. Das ist ein beeindruckendes Erlebnis, denn man erfasst ihre Größe wirklich erst, wenn man direkt neben ihnen steht. Ein Elch ist riesig – viel massiver, als man sich üblicherweise vorstellt.
Weit über den „Erinnerungsfoto“-Aspekt hinaus empfanden wir diese Besuche als wirklich lehrreich. Die Betreiber erklären oft viel über das Verhalten der Elche, ihre Lebensweise, ihre Ernährung und die Herausforderungen, mit denen sie je nach Jahreszeit konfrontiert sind. Man erfährt zum Beispiel, dass sie ausgezeichnete Schwimmer sind, dass sie weite Strecken durch schwedische Wälder zurücklegen können und dass sie in der Morgen- und Abenddämmerung besonders aktiv sind.
Für Kinder ist es natürlich ein Highlight der Reise. Einem so ikonischen Tier so nah zu kommen, ist eine einzigartige Erinnerung. Aber ehrlich gesagt haben wir als Erwachsene diesen Moment genauso geliebt.
Die Farmen befinden sich oft in wunderschönen Naturlandschaften, mitten in schwedischen Wäldern, was den Reiz des Erlebnisses noch verstärkt. Manche haben auch kleine Cafés, lokale Läden oder pädagogische Bereiche, die einen längeren Aufenthalt ermöglichen.
Wir haben zwei verschiedene Farmen besucht. In der ersten durften wir die Elche füttern und streicheln. Diese Nähe hat uns sehr beeindruckt – und ein Elch ist trotz seiner Größe ein außerordentlich ruhiges Tier, was uns dazu bringt, ebenfalls ruhig zu sein und sanfte Bewegungen zu machen, um ihn nicht zu erschrecken. So erfuhren wir, dass ihr Fell im Sommer leicht ölig ist, um sie vor der Sonne zu schützen, und dass ihr Geweih unglaublich weich ist!
In der zweiten Farm waren wir mehr Besucher, weshalb wir – um die Tiere nicht zu stören – auf Abstand blieben, denn sie sind scheue Tiere. Dafür haben wir unglaublich viel über dieses faszinierende, beeindruckende und so schöne Tier gelernt!



Storforsen: Schwedens beeindruckendste Stromschnellen
Im Norden Schwedens, mitten in der Natur, ist Storforsen wahrscheinlich einer der Orte, der uns während unserer Reise am meisten beeindruckt hat. Keine farbenfrohen Dörfer, keine Museen – nur eine unglaubliche Naturgewalt inmitten schwedischer Wälder.
Storforsen gilt als eine der größten Stromschnellen Europas. Auf mehreren Kilometern tobt das Wasser mit einem beeindruckenden Getöse zwischen den Felsen hindurch. Auch wer Fotos davon gesehen hat, ist auf die tatsächliche Wucht vor Ort nicht vorbereitet. Die Strömung ist enorm und die Atmosphäre sehr besonders – mit dem Gefühl, völlig in das Herz der nordischen Natur eingetaucht zu sein. Ehrlich gesagt machen Fotos dieser Stromschnellen keinen Abbruch – in Wirklichkeit ist es so viel eindrucksvoller.
Das Gelände ist mit Holzstegen und Wegen sehr gut erschlossen, die es ermöglichen, die Stromschnellen aus verschiedenen Perspektiven zu beobachten. Der Spaziergang ist einfach und barrierefrei, sodass man sich Zeit nehmen und die Landschaft ohne besondere Schwierigkeiten genießen kann. An jeder Kurve verändert sich das Bild völlig: Manchmal überblickt man die Stromschnellen von oben, manchmal steht man fast auf Augenhöhe mit dem Wasser, direkt neben den Strudeln und riesigen Felsbrocken. Und für Genießer: Das Gelände ist voll von Heidelbeeren! Also unbedingt etwas zum Pflücken mitbringen – es wäre schade, diese Gelegenheit zu verpassen!
Der Ort eignet sich auch perfekt für eine längere Wanderung. Mehrere Pfade führen durch die umliegenden Wälder und ermöglichen es, ein wilderes und ruhigeres Schweden zu entdecken, weit weg von den klassischen Touristengebieten. Im Sommer, mit dem nordischen Licht und den hohen Kiefern rundherum, ist die Atmosphäre wirklich unglaublich.
Was uns an Storforsen besonders gefallen hat, ist der ständige Kontrast zwischen der Gewalt der Stromschnellen und der absoluten Stille des umliegenden Waldes. Man hört das Wasser überall, aber sobald man sich ein wenig von den Hauptstegen entfernt, kehrt sofort diese für skandinavische Länder typische Ruhe zurück.
Das Gelände bietet auch Picknickmöglichkeiten und Bereiche, in denen man sich einfach mit Blick auf die Stromschnellen niederlassen kann. Es ist der Ort, an dem man eine Stunde bleiben wollte… und am Ende mühelos einen halben Tag verbringt, ohne es zu merken. Bringt auch euren Badeanzug mit! Keine Sorge – man badet nicht in den Stromschnellen! Aber weiter flussabwärts gibt es viele natürliche Felspools, in denen das Schwimmen erlaubt ist – sofern man nicht kälteempfindlich ist…
Für uns gehört Storforsen eindeutig zu den absoluten Highlights eines Roadtrips im Norden Schwedens.



Gammelstad: eine Reise ins Schweden von einst
Unter allen Etappen unseres Schweden-Roadtrips ist Gammelstad kulturell gesehen wohl der fremdartigste Ort. Das nahe der Stadt Luleå im Norden des Landes gelegene Dorf steht auf der UNESCO-Welterbeliste und ermöglicht es, eine viel historischere und traditionellere Seite Schwedens zu entdecken.
Schon bei der Ankunft hat man das Gefühl, um mehrere Jahrhunderte zurückversetzt worden zu sein. Gammelstad ist eine sogenannte „Kirchenstadt“ – ein Dorftyp, der einst im Norden Skandinaviens sehr verbreitet war. Damals lebten die Einwohner oft weit entfernt von den Kirchen und mussten lange Wege zurücklegen, um an Gottesdiensten oder Gemeinschaftsveranstaltungen teilzunehmen. Rund um die Kirche wurden daher kleine Häuser errichtet, in denen die Familien mehrere Tage übernachten konnten.
Heute stehen noch Hunderte dieser perfekt erhaltenen kleinen roten Holzhäuser, aufgereiht in engen, charmanten Gassen. Das Gesamtbild ist wunderschön und die Atmosphäre sehr friedvoll. Man schlendert ruhig zwischen den Häusern umher und hat wirklich das Gefühl, in einem alten, authentischen Schweden zu sein.
Im Zentrum des Dorfes steht die große mittelalterliche Kirche von Nederluleå, die das gesamte Gelände dominiert. Auch ihr Inneres lohnt einen Besuch, insbesondere um ihre Architektur und Geschichte zu entdecken. Doch was Gammelstad wirklich einzigartig macht, ist das gesamte umliegende Dorf, das im Laufe der Zeit nahezu unverändert geblieben ist.
Je nach Reisezeitpunkt kann man auch historischen Vorführungen oder Nachstellungen mit Darstellern in Trachten beiwohnen. Das haben wir besonders genossen, denn es erweckt das Dorf zusätzlich zum Leben und hilft dabei, den Alltag der damaligen Bewohner besser zu verstehen. Zwischen Handwerk, Alltagsszenen und Vorführungen taucht man leicht in die Atmosphäre des Schwedens von einst ein.
Manche Dorfbewohner öffnen die Türen ihres Hauses und bieten kostenlos und mit großer Freude Führungen durch die im Laufe der Zeit eingefrorenen Innenräume an. Mit Begeisterung erzählen sie die Geschichte ihrer Vorfahren und schildern das harte Winterleben in diesem Teil des Landes.
Es gibt auch einen Teil als „Museumsdorf“, in dem man – und das ist wirklich erstaunlich – kostenlos mehrere unglaublich gut gemachte historische Nachbauten von Wohnhäusern, Geschäften und Bauernhöfen besichtigen kann! Dieses Freiluftmuseum ist voller Darsteller, die dem Ort Leben einhauchen und einen noch tiefer in das Erlebnis hineinziehen – wir fühlten uns wirklich dorthin versetzt. Wir haben den ganzen Tag mit großem Vergnügen verbracht.



Das Kupferbergwerk Falun: ein beeindruckendes Stück schwedischer Geschichte
Das Kupferbergwerk Falun gehört zu den überraschendsten Besuchen, die wir in Schweden gemacht haben. Das in der Stadt Falun gelegene ehemalige Kupferbergwerk steht heute auf der UNESCO-Welterbeliste und gilt als bedeutender Ort der Industriegeschichte des Landes.
Vor unserem Besuch hatten wir nicht erwartet, einen so beeindruckenden Ort zu entdecken. Gleich bei der Ankunft zieht der riesige rötliche Krater im Zentrum des Bergwerks sofort den Blick auf sich. Die Farben des Bodens, die alten hölzernen Bergbaustrukturen und die fast unwirkliche Atmosphäre des Ortes vermitteln wirklich das Gefühl, eine Kulisse aus einer anderen Zeit zu erkunden.
Jahrhundertelang war das Bergwerk Falun eines der wichtigsten Kupferbergwerke der Welt. Auf seinem Höhepunkt produzierte es einen Großteil des in Europa verwendeten Kupfers und spielte eine enorme Rolle für die wirtschaftliche Entwicklung Schwedens. Hier entstand auch die berühmte rote Farbe der schwedischen Häuser – die „Falun-Farbe“ –, die aus den pigmentreichen Bergbaurückständen hergestellt wird. Da wir uns in all diese schönen roten Häuser verliebt hatten und uns nun ausgerechnet an dem Ort befanden, an dem die berühmte Farbe ihren Ursprung hat, wollten wir das natürlich nutzen! Wir haben also einen großen Topf dieser Farbe für unser Zuhause mitgenommen – einer der Vorteile eines Roadtrips mit dem Wohnmobil! Einen großen Farbtopf im Flugzeug mitzunehmen ist doch deutlich komplizierter!
Bei der Besichtigung geht es mit einem Führer in die alten unterirdischen Stollen hinab. Und das ist eindeutig einer der eindrucksvollsten Momente des Erlebnisses. Man entdeckt die in den Fels gehauenen Tunnel, die riesigen unterirdischen Hohlräume und die Bedingungen, unter denen die Bergleute früher arbeiteten. Die Atmosphäre unter der Erde ist sehr besonders: kühl, dunkel und manchmal ziemlich beeindruckend.
Im Laufe der Führung lernt man enorm viel über die Geschichte des Bergwerks, die damals verwendeten Abbautechniken, aber auch über das äußerst schwierige Leben der Arbeiter. Manche der während der Führung erzählten Anekdoten vermitteln wirklich ein Gefühl für das Ausmaß der hier über Jahrhunderte geleisteten Arbeit.
Das Gelände umfasst auch mehrere historische Gebäude, Ausstellungen und ein Museum, die den Besuch verlängern können. Selbst ohne Begeisterung für Industriegeschichte bleibt der Besuch dank des spektakulären Charakters des Ortes wirklich fesselnd. Den Kindern hat die Besichtigung besonders gut gefallen! Das Bergwerk ist einfach unglaublich riesig – man kann nur sprachlos dastehen. Es ist wirklich äußerst beeindruckend.



Skandinavien steckt voller Wunder, die darauf warten, entdeckt zu werden! Wer das Abenteuer auf der anderen Seite der Grenze fortsetzen möchte, findet bei uns auch unsere 4 Geheimtipps auf der Fjordroute in Norwegen und unsere Lieblingsplätze im Süden Norwegens.


